Archiv

Tag: Selbstreferenz

19.09.2009

Fertig raus

Over and Out — Einladung
Gestaltung für Kunstveranstaltungen zu machen ist besonders schön. Einerseits herrscht Verständnis für Irritierendes und Interessantes. Andererseits ist die Rolle der Gestaltung immer noch die einer Erfüllungsgehilfin — Kunst beschreien oder mit ihr konkurrieren sollte sie nicht. Aber sie sollte ihr das Wasser reichen, nicht ungelenk durch künstlerisches Terrain stolpern und mit dem Hintern die Geranien umstoßen.

Gestaltung für Kunstveranstaltungen zu machen ist besonders schwer, wenn die Veranstaltung ein hohes Niveau und spannende Inhalte verspricht. Der Fall ist das bei Over and Out, der Ausstellung, die in der vergangenen Woche am Hafen in Münster eröffnet wurde. Dabei sind unter anderem der bereits genannte Sebastian Freytag und Lars Breuer vom Kosortium D. Dem Titel entsprechend zieht Over and Out ein Kreuz zwischen der einen Hafenseite (der schmutzigen, schönen) zur anderen Hafenseite (der bereinigten, ganz okayen) bis rüber zum denkmalgeschützten Bürogebäude in der Herwarthstraße.

Ich habe mich bemüht, mit den Plakaten und Einladungskarten die metaphorischen Geranien stehen zu lassen. Over and Out hat sauberes Parkett verdient. Wer bis Mitte November in Münster zu tun hat, sollte diese Ausstellung besuchen. Weitere Informationen gibt es bei der AzKM.

02.09.2009

Ich werde die Stadt verlassen. Die Elbe und ihr Strand, die Plastikmöbel in der Agentur, die Stufen zum Hafen und die Zelte auf dem leeren Heiligengeistfeld sollen ihren Kram für einige Tage alleine machen. Währenddessen werde ich mich auf eine Insel im Mittelmeer legen und den Blick auf das Meer und vielleicht auf Afrika richten. Mit einem billigem Fotoapparat und einer Flasche Wasser, sonst verdurstet man schnell.

Wenn ich zurückkomme, erwarte ich anständigen hamburger Herbst, einen Parka auf meinen Schultern und Regen in meinem Gesicht. Was vom Sommer dann noch übrig ist, könnt ihr behalten. Passt gut darauf auf.

26.08.2009

Für zwei

Die Dinge laufen behäbig, aber sie laufen. Freie Stunden der letzten Wochen habe ich zu gleichen Teilen auf Wiesen, Picknickdecken und mit der Futura Condensed verbracht. Produktiv geht anders. Aber immerhin ist das ja auch ein Sommer, den man so nennen darf. Da muss es reichen, zu prokrastinieren, Produktivität also nur zu spielen. Und vollauf damit zufrieden sein, Neues vorzubereiten.

Will sagen: es gibt hier einen neuen Seitenkopf, Platz für schöne neue Navigationspunkte und einige weitere Kleinigkeiten. Das war nötig, um Platz für die eine oder andere Idee und neuen Content zu schaffen. Bis es damit soweit ist, dauert es allerhöchstens noch bis zum Herbst.

Bis dahin lege ich euch die schlicht betitelte gemeinsame Platte, die II von Lindstrøm & Prins Thomas an eure Herzen. Die Wolken und Picknickdecken, die ohne dieses Album gut sein sollen, die soll mir erstmal jemand zeigen.

16.06.2009

Wir sind weit davon entfernt, etwas so lächerliches wie ein Generationsgefühl zu haben. Aber vielleicht haben wir uns zusammengefunden, die Städte unter uns aufgeteilt und Cluster gebildet. Zirkel, gewissermaßen, und lose und enge Verbindungen. Das sind die reflexiven Strukturen, in denen wir stattfinden und die uns Halt geben. Wo wir uns gegenseitig betrachten und uns anmaßen, Relevanz zu beanspruchen.

Wie auch immer, wie Lisa es sagt ist es richtiger und treffender. Sie spricht für uns. Und ihr Text erinnert an etwas Wundervolles, das Reinhard Jellen einmal in der Uptown Strut über das Prinzip des Northern Soul geschrieben hat, über die Dreistigkeit, der Welt anzumaßen, ihr auf Augenhöhe entgegen zu blicken mit der Zuversicht, dass das Misslingen nicht einem selbst, sondern der Welt zur Schande gereicht.

19.05.2009

Mit Ironie ohne Unschuld

Mit Ironie ohne Unschuld

Ich habe ein Poster als Geburtstagsgeschenk für Kriesse gestaltet und direkt einige mehr drucken lassen. Freunde in Hamburg und Berlin: watch your mailboxes. Waldfoto von Sarah.

15.04.2009

Summer won’t fall

Wenn die Summe der gefühlten Durchschnittstemperaturen an vier aufeinander folgenden freien Tagen größer ist als achtzig, sind ausschließlich Wiesen und Parks akzeptable Aufenthaltsorte. Faustregel. Man wirft sich tagsüber Frisbees zu und hört sich nachts eingängiges Zeug an dunklen Orten an. Das alleräußerste, was an Produktivität dabei herausspringen darf, ist ein launiger Relaunch des eigenen Tumblelogs.

Ich habe mich über das lange Wochenende einige Stunden lang meiner momentanen Freude an generischem Blau hingegeben und dem Seitenblog bei soc.electricgecko.de eine neue Form gegeben. Herausgekommen ist etwas, das meinem selbstveordneten Grundsatzcredo für alles (Schrottige Eleganz) recht nahe kommt. Wer nur Feeds oder das Dashboard ließt kann ja kurz reinschauen und sich verwirren lassen. So sieht das aus.

Stream of Consciousness