Am Wasser
Die Stadt entlang des Wassers erstreckt sich in zwei Dimensionen. Es ist da immer das Ufer, an dem alles entlang führt, nur entlang führen kann. Am Ufer orientieren sich alle Wege, alle Auswege verlaufen orthogonal zum Ufer. In der Stadt am Wasser endet alles am Hafen, am Ende einer Mole, auf der Mauer am Kai, die Füße in der Luft über den Flutbassins.
Runter zum Wasser ist das stete Angebot zu Ausbruch und Revolte, zum Ausziehen und zum Brechen der milden Wellen, zum Wechsel des Aggregatzustandes von Körper, Welt und Wahrnehmung. Aus dem Wasser heraus liegt der Himmel niedrig und weit. Die Welt ausgebreitet, alles zu sehen, das Ferne nur Fortsetzung des Nahen. Die Wahrnehmung als Fläche, von ihrer irisierenden Kante aus betrachtet, ohne eigene Ausdehnung. Dahinter erstreckt sich lineares Parallax. Kein Monolith, nur Prozess in der Stadt am Wasser, alles wird herausgetragen. Zwei Dimensionen, eine Richtung.