Der See im Regen
Ich erreiche den See mit Widerständen, die Welt will sich nicht fügen. Zu anderen Zeiten hätte ich nun Macht und Kraft aufgewendet, an allen Wurzeln gerissen. Heute tue ich das nicht. Ich senke den Kopf und biege in den schmalen Weg, kaum eine Schulter breit. An seinem Ende öffnet sich der Blick. Der See liegt ruhig, die jungen Enten des Frühjahres sind ausgewachsen und ziehen ihre eigenen Bahnen. Die Sonne teilt den Himmel in hell und grau. Regen fällt in großen Tropfen, sie behalten großen Abstand zueinander, als genüge ihre Anzahl sonst nicht, die ganze Erde zu befeuchten. Ich beeile mich, das Wasser zu erreichen. Horizontal zur Oberfläche sehe ich wie der Regen niedergeht, auf den See und mich. Hinter dem Bogen der Halbinsel, hinter Palmen und Zypressen und über allen Villen steht weiterhin die Sonne. Auf der anderen Seite des Niederschlags: Regenbogen, hoch und schmal. Ich liege zwischen Wasser und Regen, ich vergesse zuerst den Tag und dann alles andere.