electricgecko

Walther König

Die Filialen der Buchhandlung König, also jener Buchhandlung in der Ehrenstraße, Eingang um die Ecke, in Köln, der ich seit zwanzig Jahren regelmäßig Besuche abstatte, weil das jeder Mensch in diesem Land macht, der vor allem denkt und zudem fühlt, also diese Buchhandlung wo Walther König dann oben an seinem Platz sitzt und diskutiert und knarzt, während um ihn und seine Gesprächspartnerinnen geräumt wird, Archivarien, wie also dieser Mann da existiert wie eine skizzierte Geschichte oder ein Ideal und Karikatur jener, die erst denken und dann fühlen, die einen der vielen in der Umgebung von Kunst aufgestellten Läden betreten, und dann dort den kristallisierten Diskurs der Stunde, also der wirklichen Stunde, nicht der Echtzeitstunde, auf den Tischen wiederfinden1, diese Filialen also, sie sind ein U-Bahn-Netz des Denkens im deutschsprachigen Raum, in das wir hinabsteigen und an einem anderen Ort wieder erscheinen können, wie das Metro-Net, Kippenberger ging natürlich auch dauernd in der Ehrenstraße ein und aus, das Metro-Net ist also durchaus real, sofern man eine interessante Auffassung von Realität hat2, und acht gibt, wenn man einen Königladen in Europa betritt.


  1. Gewiss liegen an den Kassen auch hier allzu Grelles und Unterhaltsames, aber nun ja, die Mängel von Mensch und Marktwirtschaft. ↩︎

  2. Either: There are distinctions and therefore we make them or: We make distinctions and therefore they are. – Josef Mitterer ↩︎

August

Dies ist ein Text aus dem August 2026. Verschlagwortet unter: , . Kopie aus dem Textdokument 2026.txt, das meine Notizen dieses Jahres enthält, vermischt mit Zitaten, Verweisen, noch zu lesenden und zu sehenden Dingen und den Sedimenten des Alltags.

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