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Sechs Orte in Barcelona

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Im April wäre ich um ein Haar nach Barcelona geflogen, für ein Wochenende, um mir die Sammlung des MACBA anzusehen, einen Tag am Strand zu liegen und anschließend die erfreulichen architektonischen Wagnisse der olympische Promenade von 1992 zu betrachten. Mir ist im letzten Moment etwas Wichtiges dazwischen gekommen. Ich dachte, dass ich es in diesem Jahr nicht mehr dorthin schaffe. Ich habe mich geirrt. Eine Woche im August in Barcelona zu verbringen, ist zwar keine gute Idee, wenn man wert auf Subtilität und Ruhe legt – doch die Stadt wird ihrem Ruf gerecht: Stadtstrand, einfaches Leben, interessanter Beton, interessantes Durcheinander. Sechs Orte in Barcelona.

  • Parc Forum (Karte)
    Die Olypmischen Spiele von 1992 haben Barcelona geprägt – und nirgendwo wird es deutlicher als an der verlängerten Promenade entlang des Stadtstrandes. Camouflage-Marmor, ein Hang zum Bauhaus-Dreieck, Effektarchitektur. Umso erstaunlicher, dass diese Promenade mit einer Ansammlung harscher Betonstrukturen, dem Parc Forum endet. Das Forum ist so groß, dass man mit der richtigen Perspektive meinen könnte, die eckigen Pfeiler und Kuben seien übrige Gerippe einer vergangenen Zivilisation – und zwar einer, die sehr gute Schwimmbecken aus Holz und Beton ins Meer bauen konnte. Einer der schönsten urbanen Orte in Südeuropa.
  • Bestiari (Karte)
    Gutes Essen ist einfach, am Mittelmeer – es genügt ein Markteinkauf und frisches Brot. Wenn es doch einmal mehr sein soll, ist das Bestiari mitten in El Born eine sehr gute Adresse. Die Küche hält sich mit wilden Fusion-Ideen zurückt und legt statt dessen Wert auf hochwertige Produkte und gutes Handwerk. Ich hatte Sashimi und ein Zandersteak. Beides minimal zubereitet und äußerst erfreulich.
  • Loreak Mendian (Karte)
    Spanien ist ganz bestimmt nicht das Land für relevante Mode und erfolgreichen Kleiderkauf. Dennoch gibt es auch in Barcelona einige interessante Shops (vor allem: Comercial Man auf der Carrer del Rec). Zu ihnen gehört der Flagship Store des baskischen Labels Loreak Mendian – eine recht abenteuerliche Kombination aus Surf-Heritage und der klassischen Moderne. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut, so lange man die Finger von den arg Streetwear-inspirierten Teilen lässt.
  • Negroni (Karte)
    Kühle, dunkle Orte gibt es nicht unbedingt viele, in dieser Stadt. Das Negroni ist einer – eine kleine Bar mit genau drei Sitzplätzen, mit einem Interieur, das weitgehend aus Stahl besteht. Es gibt Jazz, einen tatsächlich einen sehr guten Negroni und ruhiges Understatement. Letzteres ist an einem Ort wie Barcelona eine Wohltat.
  • Inercia (Karte)
    Ich kenne kaum eine Stadt, die besser geeignet ist, um mit dem Longboard in ihr herumzufahren. Perfekte Beton- und Teerwege, sanfte Hügel und eine wunderschöne Strecke entlang der Promenade, die am perfekten Carving Spot Parc Forum endet. Wer sein Brett nicht im Flugzeug mitnehmen möchte, kann sich bei Inercia eins leihen – für sehr okaye 15 Euro am Tag. Eins der besten Dinge, die man in Barcelona unternehmen kann.
  • MACBA (Karte)
    Muss man nicht extra erwähnen, lohnt sich aber dennoch. Denn: Hinsichtlich seiner Sammlung fällt das MACBA zwar gegenüber dem Moderna Museet und der Tate Modern etwas ab, gewinnt dank des sehr guten Gebäudes von Richard Meier und seiner besonderen Lage in Raval einen eigenen Charakter. Tatsächlich ein schöner, ruhiger Ort. Unbedingt beachten: Die Fassade des CCCB im Innenhof hinter dem MACBA.

Fotos aus Barcelona gibt es in meinem Barcelona-Set bei Flickr. Ich habe diese Empfehlungen außerdem auch auf der sehr guten Plattform Mapalong veröffentlicht (Beachten sie hierzu auch diesen Aufruf.)

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