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Texte über Musik, Raum, Gestaltung und Kunst. Fotos.

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The Long Goodbye

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Eine Aneinanderreihung von Ereignissen ist nur schwer als Zeitraum oder gar konsistente Geschichte zu schreiben, wenn ihr Kontext fehlt. Ihr Kontext, das ist zumeist die Stimmung und ein Gefühl. Das ist das Sonnenlicht auf deinen Armen und die Alben in der Playlist namens Current Rotation auf deinem iPhone.

Dieses Jahr war ein fantastisches Jahr für Musik. So viele exzellente Releases. Was Popmusik und das erstaunlicherweise nach wie vor existierende Albumformat betrifft, sind es zuallererst diese fünf Veröffentlichungen, die meine Ereignisse zu Geschichten gemacht haben. Die fünf wichtigsten Platten, zweitausendzehn.

  • anbb – Mimikry Dass das erste Album in der Kollaboration zwischen Blixa Bargeld und Alva Noto so wichtig war, hat mit einem der eindrucksvollen, eigenartigen Konzerte des Jahres zu tun. Und mit brachialer Zerbrechlichkeit, Statik und formaler Konsequenz. Diese Platte in der Nacht, zum Ende hin, wie gesagt.
  • The Soft Moon – The Soft Moon Wie Quad Throw Salchow im vergangenen Jahr hätte The Soft Moon keinen besseren Zeitpunkt für sein Debutalbum wählen können – eine Winterplatte durch und durch: Düster, kalt, treibend. Allem voran Dead Love, einer der besten Wave/Gitarrensongs des Jahres. So hätten The XX klingen können, wenn sie nicht so unbeschreiblich langweilig wären. Mehr Coolness, bitte.
  • Efdemin – Chicago Chicago, eine ganz andere Sache. Auf seinem dritten Album entwickelt Efdemin einen organischen Zugang zu House, zu freier elektronischer Musik. Chicago ist eine Jazzplatte, ein Pop-Album und die Musik des beginnenden Sommers – und dazu hätte allein Oh my God ausgereicht. Es ist außerdem das wohl am schönsten gestaltete Album des Jahres.
  • Mit – Nanonotes Nun zu den Besten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Mit zwei Jahre nach Coda ein Album veröffentlichen, dass alle früheren Releases in Eigenständigkeit, Klugheit und Ästhetik bei weitem übertrifft. Und dabei waren Mit bereits brillant, ungestüm und schlau. Nanonotes ist einen Schritt weiter, textlich wie musikalisch stripped, auf den Punkt, universell. Wohl die meistgehörte Platte 2010 und die beste Popmusik der letzten Jahre. Alles weitere in Extensio hier.
  • Pantha du Prince – Black Noise Das erste und das letzte Album. Das kälteste und das wärmste Album des Jahres. Ein Schimmern, ein Glänzen, gefrorene Felder, Schutt und Eis, abstrahierte Natur, Elektroakustik. Die Kapuze, das Wehen, ein schöner Künstler. Es wird nie eine Platte geben, die besser zur zutiefst artifiziellen und zugleich naturnahen Beobachtungssituation passt, die entsteht, wenn man durch ein Flugzeugfenster auf die ewig vereiste Welt blickt. Mein Jahr in Nuce, Black Noise, ein großes Kunstwerk.

Weiterhin erwähnenswert, in keiner besonderen Reihenfolge: Gold Panda – Lucky Shiner, Various – Dial 2010, Shed – The Traveller, Lawrence – This Night Will Last Forever, Tocotronic – Schall und Wahn, Coma – Crystal EP, Flying Lotus – Cosmogramma, The Human League – Dare!, Foals – Total Life Forever, Four Tet – There is Love in You, Superpunk – Die Seele des Menschen unter Superpunk, Christopher Rau – Asper Clouds

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