electricgecko

Oktober

A general creative principle to generate something from nothing:

  1. Pitch an idea into the void. It is important to make it simple, almost laughably so.
  2. Next, turn this idea into physical reality, make it as real as your abilities permit.
  3. You will have to find many detail solutions to retain the idea’s overall integrity. These solutions will warp and compress the idea, adding complexity and interest to it.
  4. Once finished, you will have created something non-evident, if not elegant.

When looking for serenity, at night, beyond all complexity and improvisation, I reach for my Basic Channel records. They restore a sense of order, of imprenetable softness, of calm momentum. I remember all my directions and how to move forward. Rules as materia prima.

Es ist äußerst wichtig, dass Regeln bestehen; ausgedachte Regeln, frei erfundene Regeln, Regeln, die ihre Verhältnisse erklärbar machen. Es ist ebenso wichtig, dass die Regeln jederzeit ignorierbar sind, im Interesse der Smoothness, damit es voran geht und wir hier gemeinsam zu etwas kommen. Zu wissen, wann die Regel unverrückbar gilt und wann sie ignoriert werden muss, ist kulturelle Belesenheit und Empathie.

We keep mining ever more detailed aspects of things previously mined for cultural distinction1, new aspects of spent references, the bottoms of all barrels. Fringes of fringes, fractals upon fractals.


  1. The Farm at Black Mountain College, nothing against this book, I’m sure it’s quite interesting. ↩︎

September

Zurück am See. Ich fand ihn unverändert, mit neuen Wolken wohl versehen. Mich selber fand ich älter, grau, als hätten mir die wenigen Wochen seit den letzten Zügen weitere Federn geraubt. Was auch immer dieser See noch war und ist und sein wird, er ist eine Achse in meinem jetzigen Leben, eine Erinnerung. Eine Leere, deren Ufer ich regelmäßig aufsuche, um endlich nichts zu sehen.

Ein Mann im hellblauen Tanktop, eine pinke Sonnenbrille im verbliebenen eisgrauen Haar, die NZZ auf den Knien. Eine herbe Frau mit dunklen Locken raucht gierig im Hausflur. Ein großer Mann mittleren Alters, der Kopf rasiert, eine Brille aus Titan, graue technische Laufschuhe. Die resolute Alte mit ihrem ledernem Rucksack, sie geht schnellen Schrittes in Stiefeln mit Wollsocken und rot-weiß melierten Schnürsenkeln, die Sohlen mit gebirgegängigen Profilen. Ein großer, trainierter mit Oberlippenbart und dunkelblauer Speedo gleitet vom Kai in den spiegelnden See.

Work in the way of the gardener: deliberately, guided by your attention. Amble and walk, always mind the sun. Think slowly and cut decisively. Understand the privilege of being here now, operating in a world without abstraction and free from vectors. Work like the gardener works, in your imaginary realm.

Welche deiner Dinge dienen der Befriedung einer irgendwie gearteten Empfindung von Pflicht oder Gewohnheit, die als Ersatz für Leben gilt und messbar ist? Welche deiner Dinge dienen einem vorigen Selbst, am Wegesrand, in der Vergangenheit? Welche deiner Dinge dienen dir, wie du hier nun verfasst bist?

August

Es stimmt, dass die Welt entzaubert wurde. Es trifft zu, dass es intuitive, poetische Erklärungen braucht um der Ökonomisierung von wirklich allem etwas entgegen zu setzen. Es ist ein Fehler, das mit der Notwendigkeit von Spiritualität (oder schlimmer: Aberglaube) zu verwechseln. Wir brauchen neue Poesie.

Eine impressive und expressive Poesie, eine Poesie des Input und Output, a stack machine, poems of on/off. Wir brauchen keine neu verzauberte Welt, wir müssen die Gravitation ihrer Ontologie hinter und lassen. Wir brauchen eine Sprache, um uns über die subjektive, maschinenhafte Arbeit an der Welt auseinander zu setzen. Es wird nicht durch vages Gestikulieren gehen, in Richtung des gemeinsam Bekannten, jenem, das gleich zu sein scheint, wenn wir es nur nicht genau genug betrachten. Es wird möglich, indem wir Reibungsfläche, Irritation und Ablehnung des ewig Gleichen herstellen. Damit offensichtlich wird, dass die Wahrheit niemandem gehören kann, dass die Welt Geschichte ist, und der Ausweg aus dem Selbst die Einsicht in ihre Kontingenz.

Was geschaffen werden muss: Etwas riesenhaftes, umwerfendes, etwas großes und breites aus schwerem Material, zusammengetragen von überall her, das allein durch sein Vorhandensein in der Welt alle Gravitäten und Umlaufbahnen krümmt, etwas, das ihr zuverlässig die Stirn bietet. Oder etwas kaum wahrnehmbares, etwas kleines, nur mit der richtigen Art Augen zu sehendes, das einen Bruchteil aller sonst verbrannten Aufmerksamkeit bindet, durch einen Irrtum oder einen Fehler der Betrachterin.

Neuere Texte über Basic

Ältere Texte über Basic