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Texte über Musik, Raum, Gestaltung und Kunst. Fotos.

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Das Raunen der Stadt am Kanal. No sightlines, all sound, Wärme wie spät übergezogene Baumwolle in der Sommernacht, so ungewohnt auf den Armen. Alles Samt/Wildenbruchstrasse. (May 29-30th, 2017)

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Fluid77 Efx130+Fan

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Auseinandersetzung mit Kunst ist Unterscheidungsfindung, die Suche nach einer Perspektive, das Begutachten von neuem Material auf Brauchbarkeit für kognitive, emotionale, ästhetische Baustellen. Es ist schön und befriedigend, wenn die Kognition einrastet, wenn sich Verständnis einstellt, die Entcheidung fällt, wie da von nun an etwas zu betrachten ist: Suddenly hooked on that new Shed EP.

Im Fall der einigermaßen sperrig betitelten Not a Repress but Warehouse Find hat es eine Weile gedauert, um zu verstehen, wo das alles hingehört. Vermutlich brauchte es überhitzten Berliner Asphalt und ein leicht dehydriertes Gehirn, um dieser kunstvollen Anordnung von Ravebrutalismen folgen zu können. Lumber Fix TT ist ein Stück Architektur, so präzise, dass man die schamlose Peaktimehook erstmal überhört – und von den ersten zwei Minuten Acid Drift bleiben wenige Erinnerungen übrig, nachdem eine brachiale 808 endlich Bodenhaftung erzeugt. Dann zwei Shedding-The-Past-mäßige Interludes, zu denen man über den Kanal oder in den Himmel blickt. Die beiden letzten Tracks (Entschuldigung, ich muss, die Namen sind so schön: Sp ToolVltk3 und 130 Go Sweep) könnten um ein Haar das neue Wax-Release sein, wären sie nicht so kompakt und kontrolliert und nicht so mittelbar fantastisch.

Such a nice piece of sonic brutalism, so verfasert kohärent und so intens, dass es sehr gut zu diesem Sommer passt.

8080
Inhuman Subhuman Superhuman
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Spirit-Tech

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Alva Noto war schon immer das Alter Ego für die Hits, für den affirmationsorientierten Output des Projekts Carsten Nicolai. Dieser Musik geht es um die Beschreibung physikalischer Räume – dem Herausarbeiten der arkanen Konfigurationen, die in ihrer Metaphysik etwas fühlbares hinterlassen. Insofern ist die Uni-Trilogie (UnitxtUnivrsUnieqav) natürlich Popmusik, so berechnend wie effektiv.

Diese Präzision bleibt dabei unverschleiert, das Gefühl in einem antiauthentisch herauspräpariert und hochgradig empfindbar gemacht. Dies gilt für den dritten und letzten Teil der Serie in besonderem Maße: Unieqav reißt noch einmal alles ab, was die Stätten des Kunst- und Lebensbetriebs in den Städten hergeben. Printworks London, Margiela GATs, Karl-Marx-Stadt, Doppelhelix auf eins und vier. Heimweg zu Uni Blue, dem aufgerauten Hit der LP, ein Track wie gewaschener Kaschmir.

Ich erinnere eine der frühen Aufführungen dieser Platte in einem dunklen Theater in Barcelona, der Welt fern und nah dem kollektiven Inneren. Pop: Das Gefühl eindringlich vorhanden und aufgelöst zu sein. Gemeinschaft, oder zumindest Gefährtenschaft, erzählt auf eine Weise, die ich verstehen kann.

  • Alva Noto – Unieqav, LP. Noton, 2018.
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Big Yes

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Manche Gedankenformen habe ich so häufig vorfolgt, dass sie zu Bedingungen meiner Wahrnehmung der Welt geworden sind. Ich arbeite mich an Themen ab, und so wenig sie mit der elusiven Natur von Realität01 zu tun haben, so instrumentell sind sie für die Herstellung von Wahrheit als subjektive, kontingente Folgerichtigkeit. Inhaltlich letztlich bedeutungslos, aber Pfeiler eines funktionierenden Frameworks um klarzukommen.

Eines dieser Themen ist die Hochverdichtung eines Gedankens bis zu dem Punkt, an dem nicht mehr unterscheidbar ist, ob er sehr klug oder sehr dumm ist. Werden diese Pole äquivalent, sind andere Kriterien interessant und notwendig: Intensität. Effizienz. Case in Point: Das unbetitelte Release einer ebenfalls unbenannten Produzentin des nuller-Jahre-Labels Pom Pom bei Ostgut. Diese EP ist pure Form, ein Bekenntnis zum Geradeaus und zur Intensität. Musik wie diese scheint mir nach wie vor die einzige Chance, meinen Drang zur permanenten Unterscheidung für eine kurze Weile auszusetzen. Vielleicht geht es auch in erster Linie um Commitment: Commitment zu genau einer Idee, so einfach, richtig und begrenzt sie auch sein mag.

Dieser Text erscheint mir weniger zielführend als der Waschzettel des Labels zu diesem Release: Black strikes back. Pom Pom. Bumm Bumm. Ja Ja. Vollkommen richtig.

  • Pom Pom – Untitled, EP. Ostgut Ton, 2018.
  1. Dieser Begriff verlangt stets nach Anführungszeichen oder – zumindest – Kursiven: I always perceived radical constructivism as a survival tactic.↩︎
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