electricgecko

Juni

Ethische Urteile sind ästhetische Urteile; Ästhetik ist eine relationale Frage, sie ist von vielen Faktoren abhängig, vom Kontext und der kulturellen Perspektive1 der Beobachtenden. In dieser Hinsicht müssen Ästhetiken gelesen werden: Ästhetik definiert das Verhältnis einer Sache zu ihren Umgebungen. Ihr Wert ist hoch, wenn sie dieses Verhältnis auf elegante, würdevolle Weise löst. Ihr Wert ist niedrig, wenn sie Aspekte des Kontextes ignoriert oder unangemessen vereinfacht. Schönheit einer Sache folgt aus dem ihr inhärenten Verständnis ihrer Kontexte und der Fähigkeit, sich zu ihnen intentional und stimulierend zu verhalten.


  1. Wir können Kultur nicht sehen, weil wir mit Kultur sehen. ↩︎

März

Today, the garden of Serralves smelled of wet flowers. Its lines of sight still in misty miegakure. But I found the sun to be alive, playful between shrubs.

Ich zählte alle Katzen
In den Straßen von Bonfim

Februar

Die Welt existiert in mir, ich bin die Welt und die Welt ist ich. Nichts außerhalb meiner Membranen hat sich jemals wirklich angefühlt. Sobald ich mich der Welt zuwende, wenn ich meinen Sinnen das Wahrnehmen erlaube, bin ich überwältigt, geflutet vom Realen, von intenser Existenz.

Allein mit ihr genügt wenig. Ein offenes Fenster, unter dem das Gras gewachsen ist, ein Computer und eine Schallplatte. Der Blick folgt den Linien der Gebäude in zerbrochenen Straßen. Ich verberge mich in ihren Winkeln, roaming scapes and traversing infrastructure. Verborgen, sicher, still. Zufrieden entkoppelt in der schwebenden Welt, solitudo, modo pax ad inveniendum.

Dezember

Tschafon
Puflatsch
Gran Fermeda
Zehnerspitz
Neunerspitz
Haunold
Helmklamm
Schönbichl
Rote Wand
Mutenock
Schneebiger Nock
Eidechsspitz

Die Perspektive, die wir einnehmen ist wichtiger als die Dinge, die wir betrachten. Die Möglichkeit, eine Perspektive gemeinsam zu finden, zu entwerfen, herzustellen, und die Welt verändert vorzufinden – weil es nun eine andere ist, deine und meine.

Nothing
in the world
is usual today.
This is
the first morning.

  • Izumi Shikibu (976)

November

Die Unverbundenheit von Sprache und Welt war mir schon immer bewusst: Die Realität dreht und wendet sich in der Sprache, wie ein Tier in seiner losen Haut, um ihren Jägern zu entkommen.

The disconnect between language and the world is evident to me: like an animal loose in its skin, reality twists and turns within language to escape its predators.

Oktober

Atras a montanha, os edifícios. Atras os edifícios, o mar.

September

There are few question marks in my texts. Few exclamation marks, also. Mostly, my mode of expression seems to be the full stop, which has a calm definitiveness to it that I particularly enjoy. I don’t have questions for the world, and I don’t command its attention. I state how things ought to be.

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