electricgecko

März

Today, the garden of Serralves smelled of wet flowers. Its lines of sight still in misty miegakure. But I found the sun to be alive, playful between shrubs.

Das unbemalte Interieur einer Kathedrale im Norden Europas, stark and surfaceless in its volumetric presence. Das Weiß, das Licht, diese gekrümmten Vektoren und die Räume und Gedanken, in die sie fallen – sie sind eine Welt entfernt von Gewicht und Sättigung südeuropäischer Kirchen. Dieser Ort ist seine Bedeutung, the Kami is the River. Nichts trägt ein Zeichen, alles ist das Bezeichnete daselbst, Bedeutung aufgewunden im Subjekt. Im katholischen Italien muss sich die Vorstellungskraft Bahn brechen, die Zeichen überlagern ihre Träger, alles sind Geschichten, und die Menschen leben in ihnen.

Der Himmel über dem fernen Norden ist ohne Makel, ein Idealgradient in Grün, Türkis und Schwefel. Eine grafische, metaphysische Membran oder eine Schicht, die auf wundersame Weise wenige Milimeter unter den eigentlichen, astronomischen Himmel anodisiert wurde. Kein Motor, der irgendetwas altes verbrennt stört die Ruhe. In den Foyers der Ålandsbanken stehen niedrige Sitzmöbel aus Birkenholz um Gruppen von weißen Pendelleuchten. Es ist eine Abwesenheit des Wahnsinns in den Straßen, und der Geruch von Holz, überall verbaut zur Erdung aller Dinge, ein intuitives, erstes Material.

Ich zählte alle Katzen
In den Straßen von Bonfim

Februar

Children’s Games (1999–) von Francis Alÿs ist eine fortdauernde Dokumentation des Spielens, über Kontinente und Zeiten hinweg. In Ricochets (Serralves & Barbican, 2025) wird diese Arbeit in einem räumlichen Durcheinander präsentiert – eine Ansammlung von Videoleinwänden in verschiedenen Winkeln und Größen, eine Kakophonie aus Freudenschreien, eine intense Konzentration bewegter Bilder. Möbliert ist die Ausstellung mit niedrigen, dreh- und rollbaren Hockern. Die Botschaft ist einfach und kraftvoll: Nichts spielt eine Rolle als Energie und Mut und Vorstellungsvermögen – es ließe sich argumentieren: Nichts existiert ohne Energie und Mut und Vorstellungsvermögen.

Game #19: Haram Football dokumentiert eine Gruppe Teenager, die in den umbrafarbenen kriegszerstörten Straßen von Mossul Fußball spielen. Das Video wird getrennt von allen übrigen Spielen gezeigt, in einem schwarzen Kino aus Holz, das zu diesem Zweck in der Ausstellung errichtet wurde. Es rührt mich zu Tränen; da ist kein Ball, und der Ball spielt keine Rolle. Es ist die Auflehnung der Vorstellungskraft: der gemeinsame Wille, dass eine andere Welt existieren muss, genügt um diese Welt zu erschaffen. Sie überlagert, was die Erwachsenen auf lächerliche Weise Realität nennen. „Children’s game is all there is, there is nothing more“, zitiert der kuratorische Text den Künstler. Wir müssen den Kindern, die wir waren, treu bleiben.

Die Welt existiert in mir, ich bin die Welt und die Welt ist ich. Nichts außerhalb meiner Membranen hat sich jemals wirklich angefühlt. Sobald ich mich der Welt zuwende, wenn ich meinen Sinnen das Wahrnehmen erlaube, bin ich überwältigt, geflutet vom Realen, von intenser Existenz.

Allein mit ihr genügt wenig. Ein offenes Fenster, unter dem das Gras gewachsen ist, ein Computer und eine Schallplatte. Der Blick folgt den Linien der Gebäude in zerbrochenen Straßen. Ich verberge mich in ihren Winkeln, roaming scapes and traversing infrastructure. Verborgen, sicher, still. Zufrieden entkoppelt in der schwebenden Welt, solitudo, modo pax ad inveniendum.

Der einzige Weg zu Permanenz ist Prozess: Die Dinge immer wieder herstellen, Konversationen ewig wieder beginnen, Worte erfinden um das Unveränderte abermals zu sagen, fortwährende Zerstörung und ewiger Bau. Die erfundene Welt verlassen und in neue Sterne stürzen, die Dinge unverändert, ihr Gewand stets neu. Ein Nichts das bleibt und Alles, das seine Leere im Zentrum verbirgt. Wir sind gemeinsam hier, ein Hier folgt uns zum nächsten. Die Singularität, ein schwingender Punkt, unendlich ausgedehnt in Raum und Zeit.

To live your life in balance, the forces that haunt you cancelled out, their energies converging into saturated stasis, forming your self-contained gravitational field to resist all externalities.

Januar

Das kleine Buch: Eher mitgenommen als eingepackt befindet es sich in einer Jackentasche, vorzugsweise im Inneren, griffbereit genug um in einem Moment der Ruhe schnell bei der Hand zu sein. Es sollte dünn sein und schön. Es verhandelt ein Sachthema begrenzten umfangs. Rasch aufgeschlagen ist es ein Ausweg, Anschluss an zuvor gehabte Gedanken. Es ist ein Gedankenzug, der für einige Wochen alle Orte verbindet. Das kleine Buch ist der Weg zu einem Ort mit klar definiertem Anfang und Ende. Die Ränder seiner Seiten eignen sich für Notizen und sein Umschlag dafür, nach einiger Lektüre neben der Kaffeetasse in der Sonne zu liegen. So setzen sich die Jahre nicht nur aus Reisen und Alben zusammen, sondern auch aus einer Anzahl nach und nach gekaufter und bearbeiteter kleiner Bücher. Sie enthalten, was hinter und unter den Dingen vorkommt. In der Tasche hinter dem Revers wartet eine geheime, in sich aufgewundene Dimension.

Dezember

Ich spreche nicht von Kunst, ich spreche nicht von Politik. Das Ziel ist, die Inanspruchname des Seltenen für die Anspruchslosen zu bekämpfen, die Oberflächen zu verletzen, to hurt Superficiality. Was die Ideen anrichten, richten sie an.

Dieses Jahr begann in dem Moment, als ich Grace vor Anselm Kiefer’s Ararat traf. Sie bat mich, eine Zeichnung in ihr Notizbuch zu machen und filmte meine Hände, während ich das mit einem dicken Bleistift tat. Ich erinnere mich nicht an die Zeichnung, aber der Gedanke, dass sie in vielen Jahren in einem vergessenen Notizbuch in einem Regal einer Wohnung existieren wird, macht mich glücklich. Dieser Tag zeigte in eine Richtung.

Material und Symbole: Stahl, Hangar, Ararat. Ein seltener Vogel. Kiefer, Blei, Beton und Erde. Ein neues Buch von Rainald Goetz. Rest is work: Der Wunsch, zu arbeiten, nicht als Profession, sondern um Schürfwunden in der Welt zu hinterlassen. Ein offenes Hemd, und Flieder. Das Schwere leicht machen. Ungefärbter Leinen. Ein Leben am Atlantik, Granit und schwarzes Holz und salziges Wasser. Die eingestürzte Welt in der Sprache neu errichten: The Clouds don’t make mistakes. Mit dem Rad entlang der untergehenden Sonne zum See, in die Sterne des Nordens am Abend. Der Nebel am Morgen über dem See im Süden. Eine Mauer, wir und kein Mensch. Der Nebel über den Klippen am Polarkreis. Gras, Schaf und Eis. Ein Geruch von Rauch über der Insel. Der Garten des Todes, vesciia piscis et in arcadia ego. Ein Haus aus Holz, in der Ferne, wo Bäume zu Wolken werden. Leben südlich der Trentinolinie, ein Quader im Strom der Zeit. Seit Beginn dieses Planeten hat sich der Himmel niemals wiederholt.

In zwanzig Jahren werden wir es sein, an einem Tisch in Europa, im Licht der untergehenden Sonnen. Wir werden uns in die Augen blicken, wir werden einander sicher sein, der Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben und der Art zu Leben, die wir erfunden haben. Die Zeit ist eine Wunde, das Alter ist ein Ort. Das Jahr der Fakten endet hier, wo sich die Theorie endgültig in diese Welt ausgebreitet hat. Das Jahr in dem Beton gegossen wurde, das Jahr in dem ich mir die neue Stadt auf den Körper schreiben ließ, am Tag der Sommersonnenwende, haunted by my favorite ghosts.

Music of an imagined past, the past to your hovering present. All worlds are yours.

Winter

  • Messer – Taucher
  • Lawrence – Panicles
  • Ben Kaczor – Oluja (Christine Benz Remix)
  • Einstürzende Neubauten – Gesundbrunnen
  • Skee Mask – MDP2
  • Silent Servant – M-99
  • Purelink – Head on a Swivel
  • Sara Landry – Skate (Aliceffekt Edit)
  • Einstürzende Neubauten – Seltener Vogel
  • Polar Inertia – Arctic Horizon

Frühling

  • CSS – Let’s make love and listen to Death from Above
  • Messer – Flimmern
  • Turbostaat – Ein schönes Blau
  • The KVB – Words
  • Low End Activist – Airdrop 03 (Mayhem on Barton Hill)
  • New Order – Broken Promise
  • The War on Drugs – Red Eyes
  • Low End Activist – Glazial
  • Labout & Khyam Allami – Welt am Draht
  • Odd Future – Oldie

Sommer

  • Tyrone the Healer – U deserve it
  • Low End Activist – Neighbourhood Nationalism
  • Topdown Dialectic – 20170804-05
  • Poeji – Cathedral
  • Alva Noto – HYbr:ID Sync Inter
  • Helium III – Waiting 4 U
  • WAX – 90009A
  • Rheingold – Dreiklangs-Dimensionen
  • The Selecter – Danger
  • Laura Branigan – Self Control
  • Cloud Management – Tempentary Dance (Officium Version)
  • Build Dub Green – file1589

Herbst

  • Ryo Fukui – Early Summer
  • TR/ST – Being Boring
  • Shed – That beats Everything!
  • New Order – Sunrise
  • TR/ST – Boys of LA
  • Sten – Paperbox
  • New Order – Touched by the Hand of God
  • Kareem – Solaris (Orphyx Remix)
  • Wolfsheim – Find You’re Here/Find You’re Gone
  • Low-End Activist – Rush

Winter

  • Relaxer – Burning Spear
  • Flying Lotus – Camel
  • Hoover – 74
  • anbb – Fall
  • Hesaitix – Taurian Shade
  • Hesaitix – Hypersea
  • Thelonious Monk – Functional
  • Death from Above 1979 – Little Girl
  • Fat Joe – Flow Joe
  • M.E.S.H. – Interdictor
  • Alva Noto – HYbr:ID Ectopia Field 1
  • Fischerle – Palto

Sets

Playlists

  • Here Now, Demon Killer, Sin-Wave, Mute City, Beach Goth

Tschafon
Puflatsch
Gran Fermeda
Zehnerspitz
Neunerspitz
Haunold
Helmklamm
Schönbichl
Rote Wand
Mutenock
Schneebiger Nock
Eidechsspitz

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