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On Hair

February: There is a new unruliness that takes time to emerge. A permanent potential of subtle chaos and gentle disruption (comparable to the mild high of caffeine) in my days, a set of fresh annoyances that remind me of the ways of the universe. I invite it, and I cherish it, and I invite the change in external and internal expression, they go well with open shirt sleeves and polished boots.

June: My hair is now the longest it has been in years, and astonishingly, i am able to stand its blatant imperfection. There is no purpose in its style and no swagger in its unkempt appearance. Having hair and doing nothing about it is to relinquish control, to be defenseless, it is to not have an answer. The hair is a non-statement, it just is (while paradoxically being strong-willed and chaotic by nature, with a wiry strength in all the wrong directions, at odds with all ideals and imaginations). My hair has taken me this far, it allowed me some casualness, and the freedom to tear down rules without letting arbitration take their place. Rather, it’s like replacing a rigid structure with polyform mesh, something equally strong, but less brittle, less restrictive and less reliant on forces and powers. One day, things might emerge, where I say the words and am understood instead of bending them and the universe to my will, like my hair.

Als junger Mensch habe ich einen Weg gefunden, mich zur Welt zu verhalten; durch Konstruktion.

Memory Machine

Der Stromkasten, auf dem ich saß, steht an der selben Stelle. Er war noch unbemalt, zu dieser Zeit, ein gelbgraues Objekt, einen Meter zurückversetzt vom Weg, zwischen den Bäumen am Rand der großen Straße. Die asphaltierten Fahrradwege gab es noch nicht, und die Spuren auf der Kreuzung waren unmarkiert. Es war ein warmer Tag, alle Arbeit war getan und es gab nichts als auf dich zu warten. Ich blickte den gepflasterten Weg hinab und in die Sonne, ich faltete mein Sakko neben mir. Vermutlich hörte ich etwas Untriviales ohne Gewicht auf Dial oder einen der Tracks von der Angst and the Money, die wahr waren, zu dieser Zeit.

Ich wusste immer, aus welcher Richtung du kommen würdest. Ich wusste wie du aufblicken würdest zu mir und meinem Kasten, wie du da stehen und was du tragen würdest. Du würdest einen deiner Sätze sagen und ich würde in einem meiner Tonfälle antworten. Einen Plan gab es nie, nur vollkommenes Verständnis das nie von Dauer war, und wir folgten diesen Abenden in ihre Nächte.

Wir füllten die Gegenwart und unser Leben füllte die Zukunft. Ich erinnere mich kaum noch an dich, aber ich weiß, wer ich war, wenn du da warst, zumindest zu Beginn.

Ja, der Riss der Welt geht auch durch mich. Sie endete am Hafen, weil alles immer am Hafen endet. Aber ich weiß, wo sie begann, wo der Stromkasten steht. Der Mangel ist unsere glänzendste Eigenschaft. Wir werden nichts erklären, nichts begründen, wir haben nichts verloren als unser Interesse.

Arbeit

Unfähig irgendetwas als etwas anderes als Arbeit zu betrachten. Arbeit als Gemütszustand, als Weg, sich Dasein zu erlauben. Die Welt in Arbeit auflösen, die Welt als Arbeit einrichten. Arbeit und die Fragen: Ist es zu verantworten, jetzt nicht zu arbeiten? Wie lange kann man dann leben ohne dass das Universum hereinbricht und Tribut fordert? Ist es ein Katholizismus, der die Daseinsschuld aufgewogen wissen will? Protestantismus, der die Verweigerung des Lustprinzips zur Lust erklärt?

Es ist eine List (um sich zu umgehen), etwas großes in den Weg der Arbeit zu räumen, etwas das ihr ähnlich sieht, das stärker an ihre Rezeptoren bindet. Das sie besetzt und auslaugt, bis sich eine mittlere Intensität über alles legt und der Atem zu hören ist.

Und meine Unfähigkeit, Arbeit, wenn sie getan ist, als Triumph zu begreifen, sie auszustellen und davon zu erzählen. Allenfalls kann sie eingetragen werden in die Liste Getaner Dinge, aufgeführt im Resümee. In jedem Fall schnell vergessen und durch neue ersetzt, die Arbeit in Zeiten der Pest. (London)

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