http://electricgecko.de/ Version VI 6.0c 2004 — 2015
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electricgecko

Texte über Musik, Raum, Gestaltung und Kunst. Fotos.

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Review and Comparison

http://electricgecko.de/2015/maxxi-macro

I

Wie ein massiver Block organischer Technik duckt sich ein Gebäude unter dem niedrigen römischen Himmel, wie ein nasser Waran, seine graue Oberfläche im Regen schimmernd. Auf den ersten Blick ist es eine Schichtung kompakter Masse, breit und windend, die Hadid-Grundform.

Auf den zweiten weicht der Eindruck der Geschlossenheit. Das MAXXI ist destrukturierender Raum, es löst den Blick auf, die es löst die Wege auf, es löst die Zugänge auf. Jede Achse im und am Gebäude hat Parallelen, stellt alternative Routen für Blick und Körper zur Verfügung. Diese Verwindung bleibt auflösbar, jeder Zugang ist verständlich aus jeder Perspektive. Das alles folgt dem Flow der ins unendliche extrapolierten Zukunftsvision der neunziger Jahre. Jeder Winkel hat 45° und ist abgerundet, löst sich aus dem Ganzen, fließt ins Ganze zurück. Hangartreppen, schwarzer Kontrast gegen das Glas und den grünen Schimmer der Halogen-Reflektoren.

II

Das Ineinander-Setzen in der Architektur: Den Charakter eines Ortes entwerfen und ihm zugleich vehement widersprechen. Ihm auf Augenhöhe widersprechen, ihm so sehr widersprechen, dass es sinnlos wäre, den Widerspruch nicht als integralen Bestandteil des Entwurfs zu nennen.

Das MACRO liegt in den Schatten, in der Tiefe des Raumes und der Tiefe des Schwarz an allen sechs Flächen seines Atriums. Darin: das Infrarot des Kubus, von Odile Dercq quasi als Readymade hineingesetzt, wie eine eigene Etage wirkend. Darüber: das bunt gefilterte Licht des Glasdaches. Zu allen Seiten: Filigrane Galerien aus schwarzem Stahl. Spitze Winkel, Halogen. Wieder diese Neunzigersache01. Die Wahl der Perspektive und des Zugangs zum Raum ist frei. Je nach Position und Wendung dominiert die schwarze Bühne oder der Wille zum Effekt und zum Übermut – aber nie ohne auf das jeweils Andere hinzuweisen.

  1. Eher: 1988, wie ja Jahrzehnte gemeinhin selten zur vollen Dekade beginnen, sondern einige Jahre früher oder später.
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VI6.0a

http://electricgecko.de/2015/vi6-0a

Der Gedanke einer alternden Website ist nach wie vor ungewohnt; die Laufzeit hinterlässt keine Spuren in den Oberflächen, keine Patina, die auf das schon lang Vorhandene hinweist. Das Digitale entspricht dem Wandel, es füllt die gegenwärtige Form und war anschließend schon immer so.

Ich habe diese Website neu gestaltet. Ein weiterer Wechsel des Aggregatszustands ihrer Inhalte. Hoffentlich eine Komprimierung der Ideen, die ich verfolge (wohin?), idealweise eine Fortsetzung der vorigen fünf Versionen. Ich habe weitere Dinge entfernt, um dem Format der Loseblattsammlung näher zu kommen. Weniger Kontext, mehr Aufmerksamkeit für die einzige relevante Frage: Wie interessant ist die Geschichte?. Alles Weitere ist gutes Interaktionsdesign für eine simple Aufgabe und mein fortlaufender Versuch, eine eigene Sprache zu finden, für alles und in allem.

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I tend to look at identity as something that can be controlled, sculpted, improved. I am a big fan of self-invention. I’ve been clinical with mine.R.O.

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A.D.
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Hier Ende der Implosion

http://electricgecko.de/2014/ende-der-implosion

Am Ende des Jahres finde ich mich vor den Fenstern eines hohen Raumes wieder, von dem ich vor zwölf Monaten nicht wusste, dass er existiert, nicht für mich und nicht in der Welt. In Ruhe gelassen in formloser Zeit, git push, die schweren Schuhe und Genmaicha einander abwechselnd. Gute Settings zu erkennen, sie herzustellen und ihnen zu folgen, das ist eine ernstzunehmende Aufgabe. Mit der Zeit scheinen die einfachen Ratschläge sinnvoll zu werden, und die Unterbrechung der Geschwindigkeit notwendig.

Ich habe einen großen Teil des Jahres 2014 damit verbracht, Musashi zu lesen, die große Erklärung des japanischen Weltzustands anhand seines prägenden Jahrhunderts. Es hat viele Stunden gedauert, diesen Text zu verstehen, seine Komplexität und seine Einfachheit anzunehmen und das eigene Verständnis zu finden. Die Lektüre war eines der signifikanten Ereignisse meines Jahres, und in seiner Langsamkeit und Routine maßgebend für vieles andere. Eat your rice, drink your tea, wear your clothes.

Schließlich: Jahreszeiten und ihre Tracks. Signifikant, Teil von Settings und Personen. Protokolliert in Transit, starrend auf die Devices, die alles enthalten sollen.

Winter

  • Mobb Deep – The Start of your Ending (41st Side)
  • Real Lies – North Circular
  • Laurel Halo – Ainnome
  • Patten – Re-Edit13
  • Peter van Hoesen – Seven, Green and Black (SCB Edit)
  • Samuel Kerridge – Death is upon us
  • Rainer Veil – Three Day Jag
  • Kareem – Downfall
  • Darkside – Metatron
  • Claude Young – Hawking Radiation
  • Ø – Syvyydessa Kimallus

Frühling

  • Messer – Staub
  • Polar Inertia – Antimatter
  • Manuel Göttsching – E2E4
  • Thompson Twins – Love on your Side
  • Efdemin – Track 93
  • Cold Cave – Don’t Blow up the Moon
  • Millie & Andrea – Stay Ugly
  • Pantha Du Prince – Lauter
  • Carsten Jost – Love
  • Rick Wade – Naomi
  • Kyoka – Flashback
  • Charizma & Peanut Butter Wolf – Methods
  • Messer – Lügen
  • Byetone – Black Peace

Sommer

  • Darkside – Heart
  • Circuit Diagram – Amanar
  • Inhalt – Black Sun (Timothy J Fairplay Remix)
  • Fennesz – Sav
  • Millie & Andrea – Spectral Source
  • Sleaford Mods – Tied up in Nottz
  • Diamond Version – Feel the Freedom
  • New Order – Turn the Heater On
  • Aoki Takamasa – Rhythm Variation 02
  • Carsten Nicolai – Zone 01
  • Messer – Gassenhauer (All diese Gewalt Remix)
  • Alva Noto – Xerrox Phaser Acat 1

Herbst

  • Atrium Carceri – Crusted Neon
  • Vril – Torus II
  • Lanzo – Hepburn
  • Giorgio Moroder – The Chase
  • The Horrors – Falling Star
  • Quiet Village – Desperate Hours
  • MIT – Elektronix
  • Matatabi & Madrob – Gong
  • Innerspace Halflife – Phazzled
  • Sendai – Triangle Solution
  • Von Spar – V.S.O.P.
  • Vril – Torus XXXII
  • SNTS – N4

Winter

  • Andy Stott – Science and Industry
  • Senking – Shading
  • Pantha du Prince – Satin Drone
  • Von Spar – One Human Minute
  • Objekt – Glanzfeld
  • DAF – Ich und die Wirklichkeit
  • New Order – Mesh
  • Silent Servant – Process
  • Dino Spiluttini – Anxiety
  • Kraftwerk – Musique Nonstop
  • Objekt – Strays
  • The Soft Moon – Black

Es gibt eine Spotify-Playlist, der vieles fehlt, was interessant und komplex ist. Flatrates sind kein Format für ernstzunehmende Musik.

Sets

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