electricgecko

Dezember

Ich lese keine Magazine mehr, ich höre keine Platten im Plattenladen, ich gehe nicht aus, ich sehe keine Lineups. Ich bin ein uninformierter Musikhörer. Ich habe keinen Überblick, nur guten Geschmack. In diesem Jahr habe ich zu wenig gehört, das es über meine mit Arbeit verklebte Aufmerksamkeitsschwelle geschafft hätte. Ich bin sicher, es gibt mehr und besseres. Es wird mir begegnen, wenn ich aufnahmefähiger bin, weniger Müde und weniger belegt, wenn ich wieder jünger bin, mit anderen Worten.

Interessanterweise sind die wichtigen Platten dieses Jahres allesamt Releases, die lange angekündigt und erwartet waren. Keine erwischte mich zur Unzeit, alle waren adressiert und antizipiert. Sie erfüllten oder übertrafen Erwartungen, weil sie gänzlich neu waren (Darkside) oder weil sie so ideal in die Umstände des Daseins passten (Imhof). Alle Iterationen dieser Liste haben die Eckpunkte meiner ästhetischen und psychologischen Sensibilitäten mehr oder weniger abgedeckt – doch in diesem Jahr scheint mir die Zusammenstellung die Koordinaten meiner Perspektive etwas zu vollkommen zu verbinden: Rohe Gesten der Entschlossenheit, abgeplatzter Grandeur, Terroir, Präzision und Raumbezug.

Was heißt das nun? Ich weiß wer ich bin, ich weiß was ich will, und ich weiß, wo ich es bekomme. Fünf Platten, ein Jahr. Autobahn, Sonne, Haus, a graceful line from A to B.

  • Alva Noto – HYBR:ID I (Noton)

    Das musikalische Werk von Carsten Nicolai hat große Routine erreicht – zuweilen wirkt es wie die Begleiterscheinung seiner künstlerischen Praxis, durchgepauste, verdichtete Takeaways aus Versuchen und Arrangements, vielleicht. Nach dem Abschluss der zentralen Xerrox-Serie (2007 – 2020), dem ziemlichen Floorfiller Unieqav und der auf Albumlänge ausgedehnten Kollaboration mit Anne-James Chaton (Alphabet) nun also das erste Release einer neuen Werkreihe.

    HYBR:ID I erreicht ein neues Niveau mühelosen Refinements. Diese Platte ist ein Stück Handwerk höchster Präzision, hergestellt ohne Veranlassung für Ornament und Originalität – ein Set simple Keramik, ungefärbt, nahtlos ineinander gefügt. Die Meisterschaft seines Urhebers findet sich nicht in der Auführung der Details, sondern in seinen Oberflächen, in seiner Haptik und einer übergeordneten Perspektive, der impliziten, stillen Kritik an allen anderen jemals hergestellten Keramik. To begin with the obsession of originality is an unrefined and rudimentary process, sagt Alvaro Siza, und er hat recht.

    Beim ersten Hören vor wenigen Wochen notierte ich: The pleasant intense clarity of a new Carsten Nicolai record, like cellophane decompressing on asphalt in winter nights. A solemn glistering future to keep you company. At once wet and dry, warm and cold, suspended between there and here. So empfinde ich es weiterhin. Universalmusik.

  • The KVB – Unity (Invada)

    Im vergangenen Jahr nannte ich Of Desire an dieser Stelle, und ich hatte wenig an Begründung vorzubringen als die simple Vorliebe für begrenzte Mittel und die Eigenschaft, mich ohne zumindest den Affekt des Schmerzes an der Welt unwohl zu fühlen. Pop ohne Disziplin und Pop ohne Schmerz sind schwierig, The KVB wissen das, und haben es in Under the Weight ziemlich auf den Punkt gebracht, einem der wichtigeren Songs des Jahres.

    Man hätte also mit Bedenken auf Unity blicken können, das als Konzeptalbum angekündigte Release – wäre sein Sujet nicht so launig und einfach: Es geht um das Projekt der Moderne, wahlweise repräsentiert durch die Unité d’Habitation, die Stratifizierung der Städte oder auch schlagworthaft „Le Corbu“ oder halt gleich „Beton“. Was in anderen1 Händen ein tiefes, schweres Werk geworden wäre, wird bei Kat Day und Nicholas Wood eine Sommerplatte, eine erfolgreiche Suche nach brauchbaren Begriffen und verwertbarer Coolness (siehe Parolen). Das ist gut und richtig und bedeutsam, es ist der Beitrag von Pop zur Welt und auch zu meinem Leben.

    Unbeschwerheit ist mir fremd. Tun was sich gut anfühlt, schien mir schon immer ein schlechtes Kriterium für alles (siehe oben). Aber ich bin fasziniert von der Fähigkeit, der Welt direkt und unbefangen zu begegnen, ihr zu folgen statt sie formen zu wollen. Selbstverständlich ist es saudumm, zum Intro von Unité aus der Tür in der Rua Miraflor in die Sonne zu treten und einige Schritte weiter leise Linear Industrial City/Modern Factory Living mitzusingen, aber es fühlt sich gut an und frei und jung, und wie einige weitere Adjektive mit wenigen Silben. Die Geste ist alles und die Welt nichts, love as defiance. Wenige Musik hat mich von der Schwere der Gedanken und der Schwere der Welt so effektiv getrennt2 wie diese Platte, und das ist etwas wert in diesem Jahr und diesem Universum.

  • Anne Imhof, Eliza Douglas, Billy Bultheel – SEX (PAN)

    Sprechen wir über Musik, deren Gravitation das Jahr geformt hat. Anne Imhof’s zweites Release auf PAN traf mich im richtigen, aufgerauhten Zustand, imstande, das Pastiche ihrer Musik als aufrichtig und ernsthaft anzunehmen, ihren Fragen und ihrer Wut zu folgen.

    Ich bin kein Freund des allzu ausgecheckten Berlin-Balenciaga-Komplexes (ich ging bevor sie kamen, vielleicht war ich niemals da), aber der Musikerin Anne Imhof gebührt Respekt, auf ähnliche Weise wie dem Modedesigner Virgil Abloh Respekt gebührt: Wie hinlänglich besprochen, liegt die Qualität ihrer Arbeit in der Präzision der Moodboards, in der Tightness des Auskennens und dem Katalog der Referenzen. Es geht um Vibes, nicht um die Sache. Das bedeutet nicht zwingend geringere Ernsthaftigkeit oder Verschanzen hinter Ironie, sondern es ist eine Adaption an die Bedingungen der Welt, Grinsen durch zusammengebissene Zähne (Bullshit Song) und tatsächliche Wunden (Marlene, Imhofs Rezitationsstimme ist bemerkenswert) eingeschlossen.

    Billy Bultheels schwerer Barock/Gabber ist das geeignete Material, um der vielschichtig mit Stuck und Saccharin verkleisterten Welt etwas entgegen zu setzen. Die metalgeschulte, theatralische Altstimme von Eliza Douglas fügt sich wunderbar neben den blank polierten Stiefeln ein, wie ein paar zerfetzte Comicleichen und verblichene Schneidezähne auf einem Slayer-Shirt. Das ist alles ein bisschen zu gut, zu schön und zu mehrheitsfähig für uns. Aber trotz aller Referenzen verstehe ich diese Musik als frei von Eskapismus und Ironie. SEX beschreibt was ist, wer wir sind und wo wir sind: Lords of the Fucking Wasteland3. Anne Imhofs Protagonistinnen sind sich ihres monumentalen Momento Mori (Pretty People) schmerzlich bewusst. Für meine Generation war diese Platte, zumal in diesem Jahr, eine Quelle ästhetischer Kontingenzeinsicht: innehalten, zuhören, Weite der Gedanken justieren. Grimmige Dankbarkeit für die fortdauernde Vorhandenheit der überwältigenden Welt empfinden.

  • Messer & Toto Belmont – No Future Dubs (Turnland)

    In Porto las ich Echo, aus der DNA-Reihe des HKW, und vieles kam zusammen: Louis Chude-Sokeis4 exzellenter Text How long is an Echo über musikalische Kulturtechnologien der Diaspora, mein fortdauerndes Interesse an Dub-basierter Musik im Allgemeinen und ihrem meditativen Raumbezug im Speziellen, der Tod von Scratch Perry. Dub verfolgt eigensinnige Ziele ohne Wert und Verbindung, frei von Raum und Zeit – Dub ist der Raum und die Zeit. Nothing from something, something from nothing., schrieb ich im Februar, und am Ende des Jahres bin ich weiterhin fasziniert und umgeben von diesen Themen.

    In meinem Kopf hat das alles nur bedingt mit der Messerplatte zu tun. Das sind weiße Dudes, die sich das Echo einer schwarzen Kulturtechnologie angeeignet haben, über Umwege: No Future Dubs gehört in die Tradition des Blue-Eyed-Dub, also das nachträgliche Veröffentlichen von Dubs und Versions gitarrenbasierter Popmusik – etabliert durch britische Bands wie Human League, The Police, später New Order und die Neubauten5. Eine Kreolisierung, die kommerziell ausgerichtete Popmusik für den weitaus offeneren (und weniger weißen) Dancefloor zerlegt.

    Im Fall von Messer bedeutet das die Exploration dessen, was mit No Future Days begonnen wurde – eine Überführung eines Albums in seinen intendierten Aggregatzustand. Die Eeriness des Originals bleibt präsent, sie gewinnt Raum und Zeit und Masse, in der die allzu westliche Konkretheit der Texte verhallen kann. Unter dem Druck des Dub gewinnen die Tracks an Gewicht, sie werden weniger verständlich und deutlicher spürbar – insbesondere Dyyni und Tape 10 erreichen eine massive Präsenz und Verspultheit. Beide gehören zu den am häufigsten gehörten Tracks meines Jahres, vom Release der Platte bis zum späten Sommer. Auf der Autobahn Richtung Süden notierte ich: A smooth 134, Messer dubs on the radio/This idling in place, this steady forward momentum/Skies fly, towards a future. Von dieser Gruppe ist weiterhin Gutes und Referenzreiches zu erwarten.

  • Darkside – Spiral (Matador)

    This is 2021’s Voyager record. Eine der Handvoll Platten in den letzten zehn Jahren, die die mich vollständig eingenommen haben. Wen gab es da noch – Lee Gamble, My Disco, TRST? Für Wochen war dieses die einzige Musik die ich hören wollte oder konnte, sie sollte meine Kognition färben und meine Welt überwuchern. Ich wollte von ihr lernen, von ihrer krausen Freiheit, der Kunst, Teil des lebenden Planeten zu sein, von ihrer Zurückhaltung, ihrem Rauschen, ihren zirkulären Logiken. Ich spüre die Intensität dieser Auseinandersetzung im Text, den ich im Oktober schrieb. Returning to the Darkside record seems like trying to remember summer, but after comitting to it, Spiral attaches itself effortlessly to the leafy and warm disposition that permeates autumns and winters. Suddenly, it’s world weary music, music of retreat and inwardness, of being home on the road, of journey, of a moment’s ease. This is soil music. It shines in dull gold, unfazed and confident, beautiful and present, and forever etched on it will be every place and the sun and the rocks and me and you and the four of us that spent this time together. We stand and look into our eyes, sure of ourselves and unsure of everything else.

Weitere wichtige und häufig gehörte Alben in diesem Jahr: Pan Daijing – Jade 玉观音6, Emeka Ogboh – Beyond The Yellow Haze, Topdown Dialectiv – Vol. 3, Head High – Mega Trap, Lawrence – Birds on the Playground, Koreless – Agor, Only Now – Captivity, Nov_Sad – ΚΕΡΑΥΝΟΣ, Love-Songs & U. Schütte – Spannende Musik, EQD – Equalized #111, Fatima Al Qadiri – Medival Femme, Mathias Modica presents Kraut Jazz Futurism Vol. 27


  1. Ich denke an Efdemin’s Chicago, die ich bereits im vergangenen Jahr erwähnte, und große Teile des Neubauten-Frühwerks sowie die ersten beiden Supporter-Platten. ↩︎

  2. Tiefer unter der Oberfläche mag es auch mit dem Einfluss der Nuller Jahre auf Unity zu tun haben: Lumens und Unbound leben von ziemlichen Killers- und Rakes-Riffs. ich hoffe inständig, dass meine jugendliche Freude darüber nichts mit meinen neuen Jeans und einer beginnenden Lebenskrise zu tun haben. ↩︎

  3. Lord of the Fucking Wasteland ist der sehr gute Titel der Gemäldereihe von Eliza Douglas, die sich als Teil von Natures Mortes in der dunkelsten Ecke des tiefsten Untergeschosses des Palais de Tokyo fand. Zerknautschte Metalshirts in Acryl. ↩︎

  4. Die Auseinandersetzung mit Chude-Sokei, seiner Arbeit und seinem autobiografischen Roman Floating in a most peculiar Way lohnt sich sehr. Dieser Artikel ist ein guter Anfang. ↩︎

  5. Es ist selbstverständlich aber erwähnenswert, dass diese Ideen (wie große Teile britischer Popkultur) unter prägendem Einfluss von Menschen aus den ehemaligen karibischen Kolonien entstanden sind. Ich sagte das schon einmal im Bezug auf Jungle. ↩︎

  6. Dieses Album ist fantastisch, und überbordend, überfordernd. Ich habe es nicht zu fassen bekommen, aber es ist bedeutsam und verdient mehr Gedanken und mehr Gefühle. ↩︎

  7. Eine bemerkenswerte Compilation, die mich auf Frage nach den Resten der zerstörten mitteleuropäischen Spiritualität und Funkyness aufmerksam gemacht hat. In dieser Musik sind lose Enden, die es sich zu verfolgen lohnt. ↩︎

Der Aufzug ist verspiegelt, auch Decke und Boden. Türen öffnen sich in Zeitlupe, die Suite breitet sich aus. Keine Möbel. Sitzgelegenheiten, Flächen und Regale sind Teil der Raumes, der über verschiedene Ebenen um ein zentrales Atrium geflossen zu sein scheint. Alle horizontalen Kanten sind abgerundet, Intarsien in allen Flächen sind mit honigfarbenem Kunstleder bezogen. Warm Leatherette, gedämpftes Licht, weißes Furnier, dunkler Teppich. Niemand war je hier, nur die Reinungsfirma. Alles ist klinisch sauber.

Wenige Schritte bis zur Bar. Sie öffnet sich lautlos, vermutlich hydraulisch. Elaborierte Patisserie mit lackierten Oberflächen ist einzeln in Plastikfolie verpackt und fünfundvierzig Grad ausgerichtet. Rechts im Atrium: Lilien, violettes Licht. Links führt eine Treppe ohne Geländer auf das Mezzanin. Oben ist neben der Sofalandschaft eine Musikanlage in der Wand verbaut. Das Tray des vertikal eingebauten CD-Players öffnet sich: Jennifer Cardini – Tuesday Paranoia.

  • Christophe Laudamiel – Club Design, 60ml Parfum1. The Zoo, 2016.

  1. Dieser Text ist ein Versuch, die wunderbaren Rezensionen der Publikation Perfume Area von Sydney Shen und Laurel Schwulst nachzuahmen. ↩︎

Ich begann diesen Text im Februar, dann geschah vieles. Auf der anderen Seite dieses Jahres fällt er mir in die Hände, und mit ihm Beyond the Yellow Haze, die Assemblage von Beats und Field Recordings von Emeka Ogboh, die das beginnende Jahr geprägt hat. Das Album wird auf der Liste der fünf wichtigsten Platten fehlen, die länger blieben und tiefere Gräben hinterließen. Aber auch von Dezember aus betrachtet: die Geografie von 2021 ist unvollständig ohne dieses Release.

Der Beginn ist eine Ankunft, das Heraustreten auf der anderen Seite. Die Luft ist anders und das Licht ist anders, ein Korridor. Unter den Füßen knirscht der Sand des letzten Jahres, ab hier breitet sich eine neue Umgebung aus, eine Stadt, ein Land, ein Kontinent. Aus dem schweren Groove des zentralen (und ersten) Tracks – Lekki Aiah Freeway – schält sich der Verkehr, zugleich Momentum und endloses Rangieren, ein Sprawl aus Motoren und Stimmen, der das Album bestimmt. Beyond the Yellow Haze ist Verortung und Orientierung, ein Marker, Psychogeografie, ein persönliches Jetzt und Hier, und damit vor allem eine Einsicht in die Kontingenz der Welt, zumal für den kolonialistisch sozialisierten Teil der Hörerinnen und Hörer.

Damit ist nicht alles gesagt. Jenseits dieser Geografie entwickelt Emeka Ogboh in viereinhalb Tracks eine komplexe Soundoberfläche, in der auch nach Wochen neue Details zu finden sind. Mikroarrangements, Sounds, Loops aus Stimmen und Abgasen, perkussive Hooks und Brücken, nichts nimmt ein Ende, alles mündet in konzentrischer Wiederholung, in einem kreisenden quasi-Dub. Es ist die adäquate Form, um über die Unendlichkeit und Unfassbarkeit der Welt zu sprechen1.

Beyond the Yellow Haze ist auf faszinierende Weise zugleich reduktiv und detailliert, ein Portal, eine Öffnung, eine Quelle, ein Ausweg aus dem Alten.


  1. In diesem Kontext: Christianity has developed a very linear, one-way sense of timing and history. (…) Asians do not have a linear historical view. (…) Instead, time is a constant cycling., as in agriculture., Ryuichi Sakamoto in Real Review 9↩︎

Oktober

It’s the end of July, and with summer solstice, new music introduces sense and perspective into the shoddy status quo. Darkside’s double LP is titled Spiral, and it offers an adequate kind of hermeneutic concentration emerging from one of the more sensible alternative universes. It is one of Darkside’s making: thick, slow and sludgy, swaying at its own pace, like foliage by some green lagoon. It is filled with wonder, and its deliberate pace belies the rapid sucession of ideas, diversity and freedom it offers.

This universe, I would like to inhabit. I have been trying to make Spiral drench and overwhelm me completely. I listen to it on all channels and many devices, analogue and digital, hi-fi and lo-fi. I listen to it as the sun paints graphic shapes across my linoleum desktop, I listen to it from the nighttime vantage point of a red London bus. I listen to it as atlantic waves crash into volcanic rock. I listen to it writing code, and I listen to it making my way home in the nights of Westberlin.

Simply said, this is eternal pop music, pop from a different continuum of pop, a different timeline: Music that seems familiar, but is unheard. Both the record as a whole and its nine individual tracks vibe restrained and easy at once, as if enormous energy was contained and held by an intricate weave of arcane forces.

Consider Liberty Bell, the LP’s apparent hit: It fades in fully formed, like a mysteriously upbeat freight train. Upon closer inspection, it evaporates into delicate weightlessness. All this seems to emerge from a single riff progression? There is one verse and one hook before everything disperses into the bridge, and further into nothing? Free and easy and gone, like a moment’s sun ray you noticed and enjoyed.

Consider Lawmaker, which feels like a spiritual from a different 1974. Like a radio reportage, the track takes us towards its moment of revelation. It arrives, and we stare into an imagined sun – but the feeling of elation is real. We are mere observers to the charlatan’s ploy, yet we find ourselves under his spell. It lets us believe that, for a brief moment, the summer could be real.

Compared to Darside’s first record1, the increased presence of David Harrinton’s steely guitar is a welcome source of organic diffusion and complexity, a mycelium growing in the rich soil of the Darkside groove. It is also responsible for the record’s most beautiful, life-giving moment: Only Young, a ballad, a veritable crooner hymn in full recognition of the fact that, sometimes, it’s all-important to say the words in the right way. Here is a triumph of presence and depth, green-eyed Soul Music, if such a thing exists in any imaginable allegorical universe.

Apollo says return to the sun
Apologies you’re on your own

  • Darkside – Spiral, 2×LP, Matador, 2021

  1. Psychic ist ein Album voller programmierter Grooves, so langsam und nachdrücklich als bewege sich Leviathan in karibischem Wasser um die eigene Achse – seven years between 2014 and 2021 somehow is the same span of time as between 1974 and 1981, which seems irresponsible. ↩︎

Juli

Viewed from the coast, the atlantic ocean is a singularity. It has no end and no dimension.

Álvaro Siza carved a pool into the void – human ambition inserted into the unending sea. Ultimately, Piscina das Marés is a vantage point: A place to observe, and a place to dip into a singularity on a hot day.

The basins and all infrastructure are built using concrete that has been made from rocks of the coast, ground down to silicate sand. The structure may be the only one on the planet that is literally spliced into itself.

Only part of the main pool is built. Rather, it is grafted onto a natural fundament. Its built components remain gestures that add edges and plinths to rocks and sand. Their expression is structural, visual appeal emerging from precise emptiness. As structural interventions, they appear as sculpture without gestalt. They are closer to land art than architecture.

As all swimming pools, Piscinas das Marés is fundamentally about the body, and about the beach as environment for the relationship of bodies. A stage for the bared human form, observed between rocks, from platforms and planes. The body is put to use, to measure the basin, to define its blurry dimensions by traversing it, to draw dotted lines between the realm of modernity and the vast entropy that expands at its edge.

Swimming is measuring: by using the pool, by crossing the water and by walking its perimeter, measurements are taken unconsciously. Using Piscinas das Marés defines its blurry dimensions, draws dotted lines between the realm of anthropocentric modernity and the silent entropy beginning at its edges.

The basin’s water is clear and salty – sourced from the atlantic ocean, filtered and cleaned. It is an odd sensation to swim in this type of water – an unnaturally clear simulacrum of sea water contained in a basin within itself. It feels oddly artificial, a simulated liquid lapping the granite rocks that form part of the main pool. Every dive, its saltiness is a new surprise. This water brings to mind memories of the pure, clean and deadly desert, rather of other oceans.

The atlantic ocean was still during my most recent visit. Piscinas das Marés by Álvaro Siza is, of course, the most beautiful swimming pool ever built.

Mai

Der Stromkasten, auf dem ich saß, steht an der selben Stelle. Er war noch unbemalt, zu dieser Zeit, ein gelbgraues Objekt, einen Meter zurückversetzt vom Weg, zwischen den Bäumen am Rand der großen Straße. Die asphaltierten Fahrradwege gab es noch nicht, und die Spuren auf der Kreuzung waren unmarkiert. Es war ein warmer Tag, alle Arbeit war getan und es gab nichts als auf dich zu warten. Ich blickte den gepflasterten Weg hinab und in die Sonne, ich faltete mein Sakko neben mir. Vermutlich hörte ich etwas Untriviales ohne Gewicht auf Dial oder einen der Tracks von der Angst and the Money, die wahr waren, zu dieser Zeit.

Ich wusste immer, aus welcher Richtung du kommen würdest. Ich wusste wie du aufblicken würdest zu mir und meinem Kasten, wie du da stehen und was du tragen würdest. Du würdest einen deiner Sätze sagen und ich würde in einem meiner Tonfälle antworten. Einen Plan gab es nie, nur vollkommenes Verständnis das nie von Dauer war, und wir folgten diesen Abenden in ihre Nächte.

Wir füllten die Gegenwart und unser Leben füllte die Zukunft. Ich erinnere mich kaum noch an dich, aber ich weiß, wer ich war, wenn du da warst, zumindest zu Beginn.

Ja, der Riss der Welt geht auch durch mich. Sie endete am Hafen, weil alles immer am Hafen endet. Aber ich weiß, wo sie begann, wo der Stromkasten steht. Der Mangel ist unsere glänzendste Eigenschaft. Wir werden nichts erklären, nichts begründen, wir haben nichts verloren als unser Interesse.

April

Auf der Bank unter der Laubenulme, den See überblickend. Er ist in diesem Jahr noch nicht erwacht: Das Wasser ist still, kein gleitende Bewegung irisierender Schuppen, grüner Schlamm und keine Enten. Ebenso stille Bäume, die in den marmorierten Himmel reichen. Die Orchideen blühen bereits, blassviolette Blätter und ein blassvioletter Geruch. Die Ulme selbst steht in weißer Blüte. My Disco’s Forever scheint mir die richtige Art momentaler Gewichtslosigkeit für das Hier und das Jetzt. Die Gesamtheit dieser Dinge ist das Ergebnis dieser Wahrnehmung und ihrer Echos in die Zukunft, ohne Abbildung und Anschluss. Diese Bank wird hier sein, wenn die Sonne scheint und sie wird hier sein im seltenen Schnee. Dieser Ort ist verflochten mit den Worten, die ich hier geschrieben habe und die ich hier schreiben werde, wenn ich zurückkehre. Er ist ein erreichbarer Ort in meinem Universum und in vielen anderen, und er wird es immer gewesen sein. 今日庵庭園, Garten des heutigen Tages1. (Serralves, am See, 11. April).


  1. C.f. Konnichian teien ↩︎

März

Also ich denke, ich bin zu lange weggeschlossen, in der weltumspannden Krankheit oder im Alter, sonst hätte ich nicht solche Gedanken: Sehnsucht Rave, äußerste Anspannung und Full Release. Flirrend in der Nacht verschwinden, alles heiß, alle da. Das kann ich mir schon vormachen, wenn es dunkel ist, und laut genug. Es sind konstruierte Erinnerungen an Nächte, die’s nicht gab, gesampled aus denen, die stattgefunden haben – das muss so eine innere Machine Learning-Sache sein.

Mega Trap klingt nach dieser Art Nacht, es ist eine Platte der Akkumulation: Sound unter Beton, der kurze Ausflug ins unendliche unwirkliche Freie zwischendurch, eine Berührung im Geschiebe, das leere Starren bis Drinks kommen. Ein Break verhallen lassen, das kollektive scharfe Einsaugen der Luft. Sie handelt von den Schönheiten und den Exerzizien dieser Zeit, von Facetten eines einfachen Themas, im Grunde eine Single, durch Dubtechnologie auf Albumlänge gedehnt.

Wie so häufig gewinnt Shed/Head High sein Material aus der Dekonstruktion des Groove – und baut alles neu zu einer Art prosthetischer Erinnerung zusammen, verschoben und anschlussfähig ist an ihre realen Vorgänger. Niemand produzuiert so klinisch und dreckig zugleich: Alles was nervt wird so lange entfernt, bis das Wesen der Welt/der Nacht präzise freigelegt ist. Das ist hier und jetzt brauchbar, Ersatz für alles Abwesende. Alright, now –

  • Head High – Mega Trap, LP, Power House, 2014

Die folgenden Texte habe ich am 15. April 2020 im ISLAND gelesen, als Teil der Aktion Fill the Void, die der weltmiserebedingten Leere des Veranstaltungsortes entgegenwirkte. Ich habe allein getrunken, gegessen und gelesen, in einem Anzug aus Wolle. Zwischen den Texten habe ich Musik abgespielt, die Playlist am Ende dieses Eintrags.

Nützlichkeit
Schönheit
Bestand
Dauer
Architektur

drama 2
das ist und bleibt so. was dir zustößt ist für dich wichtig. was dir zustößt ist wichtig für dich. wenn du es aber erlebst? dann rede ich drüber. mit wem redest du drüber? manchmal hört mir einer zu. der nichts zu tun hat. und dann hast du drüber geredet. ich habe es erzählt. stimmt denn das, was du dir erzählst? natürlich weiß ich, daß es nicht stimmt. also, du lügst dich an? nein, du verstehst mich nicht. ach, du weißt nicht, was du dir erzählst? doch doch. also lügst du nicht? natürlich nicht, aber ich weiß, daß es so, wie ich es erzähle, nicht gewesen ist und nicht ist. warum erzählst du es dann, wenn es nicht stimmt? ich meine manchmal, es stimmt schon, wenigstens ungefähr. aber dann weiß ich es wieder besser, ich fühle das, sehr deutlich. aber dann erzähle doch einfach ganz genau, was du fühlst und was du weißt. du hast mir ja gar nicht zugehört. wenn man sich mühe gibt, dann kann man auch sehr komplizierte sachverhalte sprachlich ausdrücken. aber dann gehören sie mir nicht mehr. willst du nicht teilen? ich kann nicht erzählen, was mir nicht gehört. so hat es mir nie gehört, wie ich es erzählen könnte. du mußt nur wollen, du mußt dich bemühen. du verstehst mich nicht. gehört dir das, was du sagst, wenn du sagst: ich verstehe dich nicht? du sprichst nur, mehr nicht. und du erlebst etwas, dahinter, hinter dem reden? nein, du versehst mich nicht und du verstehst dich nicht. du bist anmaßend. ich bin nur traurig, aber ich bin nicht traurig, weil es sinnlos ist, traurig zu sein und weil ich das weiß. du hast nichts begriffen. (nickt, wortlos, aber nicht traurig) (Schmidt)

Sokrates: Es ist also vernünftig zu denken, daß die Schöpfungen des Menschen entweder im Hinblick auf diesen Körper gemacht sind, und diesen Grundsatz nennt man die Nützlichkeit, oder im Hinblick auf seine Seele, und hier handelt es sich um das, was man unter dem Namen Schönheit meint. Anderseits aber muß der, der baut oder schafft, da er es mit dem Rest der Welt zu tun hat und mit der Bewegung in der Natur, die immerfort bemüht sind aufzulösen, zu verderben und umzustürzen, was er hervorbringt – ich sage, es muß ein drittes Prinzip anerkennen und muß versuchen, dieses seinen Werken mitzuteilen als einen Ausdruck des Widerstands, den sie ihrem vergänglichen Geschick entgegensetzen sollen. Er sucht also den Bestand oder die Dauer.

(Paul Valery, Eupalinos. Paris, 1923.)

Abteilung Worte
gauntlet
gambit
transat
datascape
synaptic dust
the dust gods
involuntary parks
shinzui
seriously untethered noetics
virtuecore
house of dust

The work – The idea that all of your doing, including the studio, the way the light falls into it, your tools, the arrangement of it all, your unused material (the work you yet have to do) – it all is the actual work, the work of your life, it is the things you are about, die dinge die bei dir vorkamen. your meta-work is your actual work. The pedestals matter as much as the artworks they support.

Liste 3
Zwang
Einführung
Grundlagen
Gründ(e)
Beweis(e)
Zusammenstellung
Kombination
Wiederholung
Tatsachen
Protokoll
Kollektion
Geißel
Funktion
Statik
Einsturz
Bauweise
Konstruktion
Struktur
Fundament
Material
Dokumente
negative Beispiele
Zeugen

I’m not into fun, I’m into concentration.

(Der Text von Haus der Lüge.)

Die undifferenzierte/nicht-dychotome, unabschabschaltbare Arbeitsfähigkeit (und ihr endlose Arbeitswille) der Algorithmen reflektiert die entscheidende Eigenschaft des Kapitalismus, die ihn über alternative Organisationsformen hat triumphieren lassen: Der Einschluss der Verneinung. Wenn es nicht um eine Leitdifferenz geht/wenn es nicht um Inhalte geht, sondern um Effizienz, ist auch Kritik in erster Linie eine Ressource für wirtschaftlichen Erfolg. Die Ablehnung des Kapitalismus zu einem vermarktbaren Produkt zu machen ist die rekursive Auflösung jeden Widerspruchs durch Einschluss in die Effektivitätslogik. Dass der Kapitalismus, und in seiner Folge der Algorithmus, seine eigene Verneinung einschließt (Abstand nehmen vom Algorithmus heißt, ihm rückschlussfähige Daten zur Verfügung stellen, man kann nicht nicht kommunizieren, man kann nicht nicht gelesen werden), ist der Grund für das Ende der Geschichten und Diskurse, und, in mittelbarer Folge, dem Rückzug ins Immaterielle und dem Beginn des Raubbaus an der letzten existierenden Ressource: Bedeutung.

große störungen entfernen sich und machen platz für eine lange ruhige und gerade linie die sich auf eine sehr stabile weise in die zukunft bewegt.

Was it eine Diva? Eine Diva ist eine Person, die Bedingungen unterliegt, die Außenstehenden nicht unbedingt klar sind. (Bargeld)

Selbstdisziplin und Intensität sind berauschend, und berauschende Dinge darf man nicht übertreiben, sonst spürt man sie nicht. Langsamkeit, Intervall, den Kick der Disziplin rationalisieren. Mit den Jahren wird klar, dass diese Worte nicht das Gegenteil der Agenda sind, sondern ihr Endgame. Totale Intensität und völlige Ruhe als Einheit der Differenz, しんずい (Shinzui), following the material and guiding it at the same time, until coherence emerges organically.

L.A. is the apocalypse: it’s you and a bunch of parking lots. No one’s going to save you; no one’s looking out for you. It’s the only city I know where that’s the explicit premise of living there – that’s the deal you make when you move to L.A. The city, ironically, is emotionally authentic. It says: no one loves you; you’re the least important person in the room; get over it. If you can’t handle a huge landscape made entirely from concrete, interspersed with 24-hour drugstores stocked with medications you don’t need, then don’t move there. It’s you and a bunch of parking lots.

Los Angeles is where you confront the objective fact that you mean nothing; the desert, the ocean, the tectonic plates, the clear skies, the sun itself, the Hollywood Walk of Fame – even the parking lots: everything there somehow precedes you, even new construction sites, and it’s bigger than you and more abstract than you and indifferent to you. You don’t matter. You’re free.

(Geoff Manaugh, Greater Los Angeles. BLDGBLOG, 2007.)

Playlist

  • Alva Noto – Garment
  • Einstürzende Neubauten – Fiat Lux
  • My Disco – Rival Colour
  • Lee Gamble – Head Model
  • Florian Kupfer – Brute Force
  • Einstürzende Neubauten – Keine Schönheit ohne Gefahr
  • The Aim of Design is to Define Space – Depeche Mode

Dezember

Die Wüste des Jahres 2020 breitet sich hinter mir aus, in allen Dimensionen und Tiefen, omnipräsent in ihrer Leere und Auflösung, ihrer umfassenden metaphorischen Qualität. Die Wüste als Wunder, wenn sie in Stille betrachtet wird (auf dem Rücken liegend, in die Sterne blickend). Die Wüste als unendliche Belastung wenn sie durchquert werden muss. Mir ist die Wüste in Hotelzimmern begegnet und allein in meinem Bewusstsein, eine Wüste, die den Horizont auslöscht, die Himmel, Luft und Terrain in völliger Weite aufgehen lässt. Wüste als tief gesättigtes Gelb, die Farbe des Jahres 2020, Wüste als Myriade geschmolzener Glaspartikel. Wüste als disproportionale Leere, als ein Innehalten allen Momentums, in Zeit und Raum.

Das Jahr begann zwischen Wüste und Meer in Südamerika und Agafay, fulminant und voller Neuheit und Optimismus, eine Welt entfernt vom hier und jetzt. Ich hörte die Messerplatte in einem Zug von Casablanca und wenig später Monira Al-Qadiri, wie sie mit Holy Quarter alles in diesem Jahr beschrieb. Ich las Dune und war eingehüllt im warmen Nebel am Meer bei Espinho, alle Zukunft diffus und soft, aber entschieden hier. Das traf auf die Katharsis in den Straßen von Paris, du musst dein Leben ändern, auf Kiko’s Show und kurze Zeit später Performa mit Anne und der Abend danach mit allen, we’re not lovers, we’re here to serve you. Full stop. Ein schnelles Jahr ein langsames Jahr. Ein Jahr Grundlagenarbeit und subkutane Energie und das Wissen um den Erhaltungssatz. Die Entscheidungen sind gefallen, nun wird gebaut. Musik im Jahr 2020.

Was ich in deinen Träumen suche/Ich suche nichts/Ich räume auf

Winter

  • Fox The Fox – Precious Little Diamond
  • Daddy Yankee – Gasolina
  • Phase Fatale – Reverse Fall
  • Schwefelgelb – Fokus
  • Stan Soul – Illusion
  • Slowthai – Nothing great about Britain
  • Messer – Die Frau in den Dünen
  • Tubeway Army – Down in the Park
  • Young Palace – Fragments V
  • Messer – Tod in Mexiko
  • Andrew Pekler – Sunshower at Sandy Island
  • Beatrice Dillon – Square Fifths
  • Vril – Voices in your Head

Frühling

  • Nazar – Bunker (featuring Shannen SP)
  • Gunnar Haslam – Cacique de Poyais
  • My Disco – Equatorial Rainforests of Sumatra
  • Alva Noto – A Forest
  • Einstürzende Neubauten – Fiat Lux
  • Topdown Dialectic – Untitled (FUR 084 01)
  • Love Songs – Selbstauflöser Teil 2
  • Clouds – Klaw
  • Persoable – Bushi
  • Clouds – Entrance „Perish“
  • The KVB – Always Then
  • Einstürzende Neubauten – Vanadium I-Ching
  • Philipp Sollmann – Rara
  • Delta Funktionen – Silhouette (Marcel Dettmann Remix)
  • WK7 – Do It Yourself

Sommer

  • Shabazz Palaces – Bad Bitch Walking
  • Kalter Ende – Mujō
  • Keine Ahnung – Sentimentale Jugend
  • Cult of the Damned – Cult of the Damned
  • East Flatbush Project – A Madman’s Dream/Can’t Hold It Back
  • My Disco – All I Can Do (Justin K Broadrick’s Warmer Remix)
  • Lambda – Hold on Tight (Nalin & Kane Remix)
  • Fred P – Project 05
  • Ital Tek – Deletion Quarter
  • Boy Harsher – R.O.V. (New Beat Edit)
  • Hoover1 – 2A
  • Laurel Halo – 11
  • Vril – Free World Order
  • Depeche Mode – Enjoy the Silence
  • Evian Christ – Ultra

Herbst

  • Efdemin – Van Laack Vacuum (Cut)
  • My Disco – Act (Rainforest Spiritual Enslavement Remix)
  • Mode – Pillars of the Temple
  • Yves Tumor – Super Stars
  • BFND – Sunglasses at Night
  • Vril – Psionik
  • Einstürzende Neubauten – Alles in Allem
  • Rune Bagge – Light up the Sky
  • Schwefelgelb – Reflex (Instrumental)
  • Lee Gamble – Polis
  • Vril & Rodarte – Apophenia
  • Neue Grafik – Bed Stuy’s Mood
  • The Aim of Design is to Define Space – Routine
  • Luke Slater – Love

Winter

  • exael – Circle (Squishy Mix)
  • Gesaffelstein – Selected Faces
  • Ital Tek – Nocturn
  • XOR Gate – Boolean Logic Gate
  • Efdemin – No Exit
  • Gila – Wholelotta
  • TR/ST – Sulk (Live at The Novo DTLA)
  • Clouds – Geistinh
  • Abdullah Miniawy + Carl Gari – The Cyg
  • Flying Lotus – Black Balloons Reprise
  • Keine Ahnung – Funkbild Dub
  • African Sciences – Circuitous
  • Yohji Yamamoto – ツツジと犬と黄色いジャンパー

Sets

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